"Ich habe gerade Stress". Diesen Satz hört man immer wieder oder spricht ihn selbst aus. Schneller, höher, besser. Das sind heutzutage die Anforderungen, die die Gesellschaft, der Job, aber auch der Freundeskreis an jeden Einzelnen von uns stellt.
Überall werden Spitzenleistungen gefordert, die Belastung nimmt
zu. In unserer Gesellschaft, in der permanenter Zeitdruck herrscht und
dauerhafte Leistungsbereitschaft gefordert ist, werden nicht nur Manager
unter Druck gesetzt, sondern auch Arbeitnehmer, Hausfrauen und Schüler
gleichermaßen. Dabei ist Stress erst einmal eine ganz natürliche
Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderungen. Zu Beginn
der Evolution war Stress sogar überlebenswichtig, denn bei Gefahr wurden
Stresshormone ausgeschüttet, die Anpassungsreaktionen im Körper
bewirken: Energiereserven werden zur Verfügung gestellt, um ihn auf eine
bevorstehende Flucht oder einen Kampf vorzubereiteten. Der Puls
beschleunigt sich, der Blutdruck schnellt hoch und die Muskeln spannen
sich an.
Obwohl wir nicht mehr in der Steinzeit leben, laufen in unserem Körper
noch dieselben Reaktionen ab. Jedoch sind die evolutionsbedingten
Reaktionen wie Flucht oder Kampf nicht mehr angemessen. Uns fehlt das
Ventil, um den Druck aus dem "Dampfkessel" entweichen zu lassen. Die
Folge: Der Körper befindet sich in einer dauerhaften Alarmbereitschaft
(dem sogenannten chronischen, negativen Stress, der auch als Distress
bezeichnet wird).
Unzufriedenheit in Beruf und Familie sind die Folge, Eintönigkeit und
negative Gedanken belasten unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.
Denn Stress kann auch krank machen! Neben den schlimmsten Fällen, die in
Burn-out oder Depressionen enden, sind die unmittelbaren Folgen von
Stress gesundheitsschädigend. Zudem kommt es zur Schwächung des Immunsystems.
Das bedeutet konkret: In stressigen Zeiten ist man anfälliger für
Erkältungen und andere Krankheiten, denn Körper, Geist und Seele sind
eine Einheit. Leiden unsere Seele und unser Nervensystem, wird auch
unser Körper und sein Immunsystem belastet.
Entsprechend wichtig ist es, den negativen Stress (Distress) zu erkennen und vom positiven Stress zu unterscheiden. Dabei sind die Ursachen von Stress ebenso individuell wie der Umgang mit ihm. So sieht der Eine bestimmte Situationen als Herausforderung, während der Andere die gleiche Situation als vollkommene Überforderung ansieht.
Eustress, der sogenannte positive Stress, kann den Körper vitalisieren und zu Höchstleistungen anspornen. Eine weitere positive Eigenschaft ist, dass durch Eustress - biologisch gesehen - das Lustzentrum im Gehirn angeregt wird und folglich lustvolle, angenehme Empfindungen ausgelöst werden.
Grundsätzlich sollte jeder Mensch lernen, mit Stressreaktionen umzugehen, Stressfaktoren bewusst auszuweichen oder bestenfalls sogar in Eustress umzuwandeln.
Der Schlüssel für eine effektive Stressbewältigung ist dabei eine aktive und positive Lebenshaltung.